Mask.Traits – Portraits in Zeiten der Maske

Zwischen ca. 18.30 und 20.00 Uhr spielt das Unplugged-Trio „SPiIELzone“ – Susanne Ashauer (Bass), Michael Ashauer (Cajon & Percussion), David Tölle (Gesang, Gitarre)
Neben Galerie und Gärtchen stehen diesmal auch Hof und Passage zur Verfügung. Die Gästezahl ist allerdings beschränkt. In der Ausstellung selbst können sich gleichzeitig nur vier Personen aufhalten und auch im Innenhof wird die Besucher*innenzahl begrenzt werden.
Bitte die Maskenpflicht und die Abstandsregeln beachten!
der kunstbetrieb
Gneisenaustraße 30
44147 Dortmund
Eine malerische Landschafts Intervention
Parkgelände Museum Barendorf, Iserlohn 2021
Brigitte Felician Siebrech
Historische Fabrikanlage Maste-Barendorf (Außenbereich)
Für die Veranstaltung am 7.8.2020 benötigen Sie ein Ticket. Kosten 5€
https://tickettune.com/waldstadtsommer/veranstaltungen/60/sommernacht-im-park
INFO
In Corona-Zeiten ist Kunstgenuss in geschlossenen Räumlichkeiten schwierig, und im Sommer streben wir in die Natur. Daher bringen wir die Kunst ins Freie – zu sehen im Außenbereich und im Garten der Historischen Fabrikanlage Maste-Barendorf. Die Künstler*innen des Dorfes zeigen ihre Werke einmal außerhalb der Ateliers und liefern ungewöhnliche und erstaunliche Blickwinkel und Sichtweisen in das Künstler- und Museumsdorf!
DIE KÜNSTLER
Die Arbeiten der Malerin und New Media Künstlerin Brigitte Felician Siebrecht spielen nicht nur mit den Grenzen zwischen Fotografie, Malerei und Digital Imaging, sondern auch zwischen Natur, Digitaltechnik und Realtität. Die drei Werke aus der Serie „Seems like Trees“ fügen sich harmonisch in die Gartenlandschaft rund um die Fabrikanlage ein, und stellen gleichzeitig eine Abstraktion der Naturidylle dar.
Mit ihrer aktuellsten Arbeit „Fake News (Virus)“ nimmt sie Bezug auf die Corona-Pandemie und geht der Frage nach der Macht von Information und ihrer Auswirkung auf unsere Wahrnehmung nach. Durch eine Art ornamentaler Codierung wird das Bild über Smart Phones erkennbar.
Der Fotograf Gisbert Körner richtet seinen Blick auf das scheinbar Unauffällige und die kleinen Dinge, die beim Gang durch die Stadt zu sehen sind. Seine insgesamt vier großformatigen fotografischen Werke nutzen das stilbildende Fachwerk des Dorfes als Ausstellungsfläche. Zwei der Fotografien sind Wand-Raum-Abstraktionen, in denen Ausschnitte von Szenen eine neue formal-künsterische Ordnung erhalten. Die beiden anderen Fotografien zeigen die polnische Künstlerin Kaja Renkas aus der Partnerstadt Chorzów. In den Porträts, die Gisbert Körner während des Kunstaustausch-Projekts anfertigte, werden einmal nicht ihre Arbeiten, sondern die Grafik-Künstlerin selbst zum Kunstwerk.
Drei mediale Arbeiten von Brigitte Felician Siebrecht und Michael Strauss sind in den Fenstern der Gelbgießerei zu sehen: Michael Strauss zeigt seine Installation „Omas Kasten“ sowie „Spaziergang durchs Dorf“ – ein Rundgang durch das Barendorf mit neuen Einblicken und Perspektiven.
Brigitte Felician Siebrecht gibt mit ihrer Installation „Die Madonna von Barendorf (Die UnSicherheits Cam) dem Barendorf eine eigene Pilgerstätte – auch hier geht es um das Thema der Verlässlichkeit von Wahrnehmung.
Die Arbeiten führen sich nahtlos in den bestehenden Skulpturengarten ein, in dem sich bereits die Holzobjekte des Barendorfer Künstlers Konrad Horsch mit ihrem Pilzbefall und Mossbewuchs der natürlichen Umgebung schrittweise (wieder) anpassen. Den Bogen vom natürlichen Holzobjekt über das künstlerische Schaffen zum industriellen Fertigungsort Barendorf spannen seine überdimendionalen Öhrnadeln. Während der „Sommernacht im Park“ sind zudem seine Partner der Galerie ZWEIPUNKTDREI, Angela Boeckmann und Hennik Gausling, zu Gast in Barendorf.
Für eine Nacht erhält die Fabrikanlage eines ihrer alten Wasserräder zurück – zumindest virtuell. In einer Ton und Bild-Installation lässt der Videokünstler Michael Strauss wieder ein historisches Rad seine Runden drehen, angetrieben von der Wasserkraft. Das „virtuelle Wasserrad“ ist nur während der Veranstaltung „Sommernacht im Park“ am 7. August zu sehen.
Das Wasser ist ebenfalls Thema in der audio-visuellen Installation „watar – die essenz“ von Brigitte Felician Siebrecht. Hier entstehen audio-visuelle Kompositionen mittels eines von der Künstlerin geschriebenen Zufalls-Algoritmus‘.
SOMMERNACHT IM PARK
https://www.iserlohn.de/stadtmarketing-tourismus/projekte/projekte-stadtmarketing/waldstadtsommer/veranstaltungen/sommernacht-im-park/
Nur während der Veranstaltung „Sommernacht im Park“ am 7. August sind die Werke in der Dunkelheit beleuchtet.
Die Ausstellung entstand als Ersatz zur ausgefallenen Ateliernacht in Zusammenarbeit zwischen den Städtischen Museen Iserlohn und den Barendorfer Künstler*innen und ist bei freiem Eintritt jederzeit im Außenbereich der Fabrikanlage zu sehen.
INFO
48 heimische Künstler*innen bewerben sich in diesem Jahr mit jeweils zwei Grafikarbeiten um die Aufnahme in den Dortmunder Kunstkalender – in der Mittelhalle des Depots sind sie alle zu sehen!
Ich bin mit 2 Arbeiten aus der Serie „Where is my Code“ vertreten.
In der Ausstellung des vom Kulturbüro Dortmund organisierten und von der Sparkasse geförderten Wettbewerbs „Grafik aus Dortmund“ besteht zudem die Möglichkeit, die Originalgrafiken zu erwerben. Eine tolle Gelegenheit, ausgewählte Werke zu erstehen und die lokale Kunstszene zu unterstützen!
Eine Jury wird am Ende zwölf Werke für den Kalender auswählen, welcher dann in limitierter Auflage erscheint. Traditionsgemäß überreicht der Oberbürgermeister der Stadt Dortmund diesen exklusiven Kalender an Partner und Freunde im In- und Ausland.
Der Eintritt ist frei und wir freuen uns auf Euch! Aufgrund der aktuellen Hygienebestimmungen bitte an die Mund-Nase-Bedeckung denken.
Öffnungszeiten:
DO – FR 17 – 20 Uhr
SA – SO 16 – 19 Uhr
Ich freue mich sehr über die Teilnahme-Möglichkeit im Rahmen der „Werkschau“ der Galerie „der kunstbetrieb“ !
„Wir zeigen im betrieb die Ausstellung: „WERKSCHAU 2018“
Im Rahmen der „Offenen Ateliers und Galerien 2018“ am 2. und 3. Juni, zeigen wir eine Auswahl aktueller Werke einiger Künstlerinnen und Künstler, die in den letzten sieben Jahren bei uns ausgestellt haben. Die Ausstellung zeigt Malerei, Grafik, Fotografie, Skulpturen, und Objekte. (von links): Almut Rybarsch, Anne Jannick, Anke Droste, Klaus Pfeiffer, Brigitte Felician Siebrecht, Udo Unkel, Sylvia Reuße, Susanne Grytzka, Mathes Schweinberger, M.T. Ghorbanali
Während der Ausstellungszeit findet „OFFENE ATELIERS DORTMUND“ statt am:
2./3. Juni und 9./10. Juni 2018
Webseite Ofene Ateliers 2018
Facebook Seite Offene Ateliers 2018
https://www.facebook.com/pg/OffeneAteliersDortmund/events/
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AUSSTELLUNG
14.4.2018
12 – 20 Uhr
MSTAGE
Eilper Straße 69 & 79
58091 Hagen
Wippermann Passage
http://www.mstage-tanz-bewegung.de/
Öffnungszeiten
Samstag 12 – 20 Uhr
33 Orte, 106 Kreative, Künstlerinnen und Künstler – bei dieser Entdeckungsreise lernen Sie Hagen völlig neu kennen.
Am 14. April 2018 von 12 bis 20 Uhr findet zum zweiten Mal der Tag der offenen Ateliers und Werkstätten in ganz Hagen statt. KünstlerInnen und Kreativschaffende öffnen ihre Türen und laden ein in Ateliers, Werkstätten, Ausstellungs- und Produktionsorte.
Die Besucher stellen sich ihre persönliche Entdeckungsreise durch die Stadt selbst zusammen, lernen eine Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen kennen, kommen in gemütlicher, persönlicher Atmosphäre ins Gespräch, genießen Livemusik, Lesungen, Tanz, Mitmachangebote etc.
Das Fazit der ersten Veranstaltung in 2016 lautete: Der Planet Hagen hat eine Menge zu bieten in der Kunst- und Kreativszene. Es macht Spaß, in der eigenen Stadt mit offenen Augen unterwegs zu sein. Am 14. April 2018 gibt es eine neue Gelegenheit für eine Rundreise durch Räume, die zumeist der Öffentlichkeit verschlossen sind.
Mehr Informationen über Beteiligte und Programm:
Flyer mit Übersichtskarte und Bildern
Flyer mit Begleitprogramm:
Booklet zu Planet Hagen
mit ausführlicher Vorstellung aller beteiligten KünstlerInnen und Kreativen:
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Die aktuelle AUSSTELLUNG
wurde verlängert und ist weiterhin zu sehen:
Theater Fletch Bizzel
Humboldtstraße 45
44137 Dortmund
http://www.fletch-bizzel.de/informationen/presse-downloads
Öffnungszeiten
Mo -Fr 10 – 18 Uhr
sowie am Wochenende bei Veranstaltungen
Ausstellungstext
Ausstellung Fletch Bizzl Juli 2017
Tapes, Codes, Symbole
Brigitte Felician Siebrecht
Die Ausstellung zeigt Malerei, Grafik und Drucke aus verschiedenen Serien der im Iserlohner Künstlerdorf Barendorf arbeitenden Künstlerin Brigitte Felician Siebrecht.
Tapes
In den abstrakt informellen Malereien wendet sich Siebrecht in immer neuer Weise der Erfassung der Fläche zu. Bildübergreifende gestische Bewegungen verbinden die Tiefenperspektive der Farbe mit einer teils sehr pastosen ‚Oberfläche‘.
In ihren aktuellen meist großformatigen Arbeiten nutzt sie dabei Klebebänder zur grundlegenden Erst-Strukturierung der Leinwand. Siebrecht arbeitet dabei auf dem Boden und bezieht Verkrümmungen und Verbeulungen der Leinwand absichtlich mit in den Prozess ein.
„Mit dem Tape gibt sie eine Struktur auf der Leinwand vor, eine Art Stütze.
Diese wird mit Farbspritzern, gespachtelter und gemalter Farbe überarbeitet, so dass oft eine reliefartige Struktur entsteht.
Dass sie die Leinwand nicht nur als reinen Funktionsträger sondern als gestalterischen Teil des Bildes begreift, wird durch die lockere Aufspannung deutlich.
Auch die Malerin selbst steht nicht ruhig an einer Leinwand. Das ein oder andere Mal liegt die Stofffläche auf dem Boden und wird von allen Seiten bearbeitet.
Diese Arbeitsweise erinnert an diejenige des amerikanischen Künstlers Jackson Pollock, der ebenfalls durch Herumschreiten und -laufen seine Körperbewegungen in das Bild mit eintrug und die zu gestaltende Fläche allseitig bearbeitete.
Siebrecht tut dies ebenso durch weit ausladende, gestische Armbewegungen, wie sie beispielsweise der deutsche Informelkünstler Karl Otto Götz ab der Nachkriegszeit mittels seiner Rakeltechnik umsetzte.“
(Simone Rikeit, Kunsthistorikerin)
Codes
We’re readable
Aus der Serie „We’re readable“ von 2013 stammt ein großformatiger, interaktiv angelegten Druck mit dem Titel „Wieviel von dem, was wir sehen, dürfen wir noch glauben?“
Konzept der Serie ist der Einsatz von QR-Codes als gestalterisches Element. Die Codes sind damit sowohl ornamental zu verstehen als auch gleichzeitig Informationsträger, die bei Einsatz eines QR Code Readers eine weitere Bedeutungsebene des Bildes erschließen.
Hinter den Codes verbergen sich beispielsweise Wikileaks Texte und Links sowie polizeiliche Personenprofile.
Für ihre generativen Audio-Visuellen Arbeiten setzt Siebrecht auch generatives Scripting ein und will die Undurchschaubarkeit der aktuellen Datenerfassung abbilden und die beinahe grenzenlose Manipulierbarkeit digitaler Daten in den Blick den rücken.
„Der Betrachter hat die Möglichkeit, mit dem Smartphone und einem Code-Reader die Zeichen abermals zu entschlüsseln und wird auf Sätze stoßen wie: „Internet-Nutzer werden umfassend überwacht“.
„We’re readable“ wirft Fragen auf.
Es sind Fragen wie zum Beispiel:
Welche Daten-Spuren hinterlassen wir?
Welche Auswirkungen hat digitaleTransparenz auf uns und die Gesellschaft?
Welchen Bildern, Nachrichten und Informationen können wir glauben?
Wie funktioniert Demokratie, Selbstbestimmung, Freiheit in Zeiten massenhafter Datenspeicherung und Überwachung? “
(Simone Rikeit, Kunsthistorikerin)
Where is my Code?
Einige grafische Arbeiten mit dem Titel „Where is my Code?“ greifen das Thema der digitalen Daten in eher philosophischer Weise auf:
Die schwarz weiß gehaltenen Portraits zeigen Gesichter in selbstreflektierender, fragender Haltung. Siebrecht fotografiert die fertigen Zeichnungen und extrahiert den in ihnen verborgenen digitalen Code. Diesen nutzt sie dann in einem weiteren Schritt wiederum als formales Gestaltungselement und druckt ihn über die bereits bestehenden Bilder. Die Bilder enthalten sich damit quasi selbst in verwandelter Weise.
Symbole
Die Serie „LAYERS.of.LIFE“ entstand zwischen 2008 und 2013 im Austausch mit der Frankfurter Autorin Beate von Devivere. Der gedankliche Ausgangspunkt ist dabei das Gedicht „delphi – frankfurt – der jugendliche wagenlenker“ von Devivere – die Motive zeigen situative Ausschnitte mit jugendlichen Protagonisten.
Die Arbeiten entstanden in einer Kombination aus Fotografie, Digitaler Komposition und Malerei.
Inhaltlich werden dabei in eher parallel angeordneten Schichten Sinnüberlagerungen angeordnet… Mythologisches im Alltäglichen, funktionale Symbole und Identitäten, modische Religiositäten, Wireframes des Realen, käufliche Identitässtiftungen, bedeutungsvolle Dekoration und Analogie von Widersprüchen…
delphi – frankfurt
der jugendliche wagenlenker
die anmutigen kämpfer
sind mitten unter uns
sie lösen die gleiche fahrkarte
sitzen neben uns
in den u-bahnen der metropolen
lenken ihre unsichtbaren wagen
auf dem weg ins freie
siegesgewiss und geschmeidig
halten sie die zügel in der hand
noch immer lädt der parnass sie ein
und sie träumen von dem gipfel
ihr wunderbares in falten gelegtes gewand
eine verschlissene jeans ihre gaben
tragen sie in haltbaren rucksäcken
mit der aufschrift vision
sie schmieden ihre pläne mit einem lächeln
auf ihrem leicht geöffneten mund
schauen sie in ihre zukunft
so anmutig
© Beate von Devivere, 1. Preis Lyrik, deutschsprachiger Literaturwettbewerb Künstlergilde 2007
Brigitte Felician Siebrecht „codes und tapes“
(Rede anlässlich der Ausstellungseröffnung im Kunstbetrieb am 06.05.2017)
Anlässlich der Einzelausstellung „codes und tapes“ im Kunstberieb Dortmund 2017 entstand folgender Review der Kunsthistorikerin Simone Rikeit zu Brigitte Felician Siebrechts Arbeiten:
Unter dem Titel „codes und tapes“ zeigt Brigitte Felician Siebrecht hier im Kunstbetrieb bis zum 2. Juni Arbeiten verschiedener Techniken aus den letzten Jahren.
Die in Frankfurt geborene Malerin und Mediendesignerin verbindet in dieser Ausstellung einen Teil ihrer verschiedenen Ausbildungen und Professionen: so unter anderem ein Studium der „Freien Malerei“ und eine Ausbildung zur Mediendesignerin.
Mit dem 2013 entstandenen querformatigen und interaktiv angelegten Druck „we’re readable“ spielt Siebrecht auf diverse gesellschaftliche und politische Aspekte an, die nach wie vor sehr aktuell sind.

Zu sehen sind verschiedene Personengruppen, Demonstranten, ein Mann mit Gasmaske, ein Panzer vor einer zunächst als Ornament wahrnehmbaren Wand. Eine weibliche Figur hält uns mit aufgerissenem Mund die Forderung „We want democracy“ vor Augen. Auf einem aufgeklebten Zettel steht: „Wieviel von dem, was wir sehen, dürfen wir noch glauben?
Es sind Bilder, wie wir sie aus dem Arabischen Frühling oder dem Ukraine-Konflikt kennen, Bilder, die aber ebenso übertragbar sind auf die Ereignisse in der Türkei im letzten Jahr und den vergangenen Wochen.
Bei weiterem Hinsehen wird sichtbar, dass es sich bei den Ornamenten um QR-Codes handelt. Es sind von Siebrecht selbst generierte Codes, sogenannte DataMatrix Codes , hinter denen sich Textfragmente aus Wikileaks, vom Chaos Computer Club oder aus Polizeilichen Personenprofilen verbergen. Der Betrachter hat die Möglichkeit, mit dem Smartphone und einem Code-Reader die Zeichen abermals zu entschlüsseln und wird auf Sätze stoßen wie: „Internet-Nutzer werden umfassend überwacht“.
„We’re readable“ wirft Fragen auf.
Es sind Fragen wie zum Beispiel:
Welche Daten-Spuren hinterlassen wir?
Welche Auswirkungen hat digitaleTransparenz auf uns und die Gesellschaft?
Welchen Bildern, Nachrichten und Informationen können wir glauben?
Wie funktioniert Demokratie, Selbstbestimmung, Freiheit in Zeiten massenhafter Datenspeicherung und Überwachung?
Berührt diese Arbeit gesellschaftliche bis hin zu politischen Themen, beschäftigt sich „where is my code?“ auf der gegenüberliegenden Wand eher mit dem Individuum.
Ausgehend von einem Portraitfoto, dies kann ein im Internet gefundenes oder selbstgemachtes Foto sein, verwendet Siebrecht neben dem eigentlichen Bild die Codierung der Bilddatei und legt sie über oder unter die gestalterisch reduzierten und von schwarzen Flächen begleiteten Gesichtsformen.
Es sind Zahlen, Buchstaben und Zeichen. Sie zu verstehen und zu entschlüsseln, gelingt nicht.
Die Künstlerin reproduziert, zerlegt und seziert hier im übertragenen Sinne den Menschen und seine „Codes“ auf unterschiedlichen Ebenen und läßt, wie sie selbst sagt, eine „rekursive Schleife“ entstehen. Bei uns mögen Fragen nach den genetischen oder psychologischen Codes, nach den Innen- und Außenbildern und -wirkungen entstehen.
Untersucht Brigitte Felician Siebrecht hier die gestalterische Qualität von Codes, von Zahlen und Konzeptuellem, Rationalem, maschinell oder mathematisch produzierten Inhalten, stehen bei dem Malereien im vorderen Bereich des Ausstellungsraumes ganz andere Dinge im Vordergrund.
Hier ist es der Körper, die Geste und das Gefühl.
Den Bildern liegt in den meisten Fällen, wie auch bei dem Gemälde „Wimpernschlag“ aus dem letzten Jahr, graues Tapeband zugrunde, mit dem Siebrecht der locker gespannten Leinwandfläche habhaft wird.
Mit dem Tape gibt sie eine Struktur auf der Leinwand vor, eine Art Stütze.
Diese wird mit Farbspritzern, gespachtelter und gemalter Farbe überarbeitet, so dass oft eine reliefartige Struktur entsteht.
Dass sie die Leinwand nicht nur als reinen Funktionsträger sondern als gestalterischen Teil des Bildes begreift, wird durch die lockere Aufspannung deutlich.
Auch die Malerin selbst steht nicht ruhig an einer Leinwand. Das ein oder andere Mal liegt die Stofffläche auf dem Boden und wird von allen Seiten bearbeitet.
Diese Arbeitsweise erinnert an diejenige des amerikanischen Künstlers Jackson Pollock, der ebenfalls durch Herumschreiten und -laufen seine Körperbewegungen in das Bild mit eintrug und die zu gestaltende Fläche allseitig bearbeitete.
Siebrecht tut dies ebenso durch weit ausladende, gestische Armbewegungen, wie sie beispielsweise der deutsche Informelkünstler Karl Otto Götz ab der Nachkriegszeit mittels seiner Rakeltechnik umsetzte.
Aus den verschiedenen gestischen und abstrakten Gemälden mit freien Formen und Farben sticht eines heraus: Es ist ein Bild, das einen abstrahierten Kopf zeigt. Es bildet die formal-thematische Klammer zum hinteren Teil des Ausstellungsraumes und ist gleichzeitig der Hinweis auf eines der Hauptthemen von Brigitte Felician Siebrecht in ihrer Kunst: das Portrait, auch wenn es hier in der Ausstellung seltener vertreten ist.
Ging es bei den Arbeiten im hinteren Teil des Raumes um die künstlerische Qualität von Codes, Zahlen und Zeichen, um das konzeptuelle Arbeiten, geht es hier bei den Malereien um das Gefühl, die Intuition, das mitunter Ungeplante und das Körperliche.
Doch auch hier ist der Betrachter, sind wir eingeladen, aktiv die Bilder zu betrachten. Details aus der Nähe zu sehen und wieder Abstand zu nehmen, um das Ganze zu erfassen.
Brigitte Felician Siebrecht zeigt mit ihrer Ausstellung hier im Kunstbetrieb ihre äußerst mehrschichtige, künstlerische Arbeitsweise.
Im eher wortwörtlichen Sinne mehrschichtig, weil sie abfotografiert, Dateicodes freilegt oder QR-Codes generiert, druckt, Inhalte übereinanderlegt, überklebt, überspachtelt, überspritzt und übermalt.
Im übertragenen Sinne, weil sie mit ihrer Arbeit auf vielschichtige Art und Weise Fragen aufwirft, Denkanstöße gibt, entschlüsselt und verschlüsselt oder uns emotional, intuitiv berührt.
Sie selbst zeigt sich dabei in einer Ganzheitlichkeit, zwischen Ratio, Konzept und zeichenhafter Reduktion einerseits und materieller Fülle, emotionaler Geste und Spontanität andererseits. Pole, in denen wir Betrachter uns spiegelbildlich und rein menschlich sehr leicht wiederfinden können. Eben diese scheinbaren Gegensätze, die nur durch Zulassen zu einer Ganzheitlichkeit führen können, bringt das Gemälde „DAs TAO der Selbstauflösung – Lasse alle Widersprüche in dir zu“ zum Ausdruck.