Angesichts – Malerei
Was
wir erfassen
ist
Nichts
weiter
als
Oberfläche
Alles
andere
ist
Vorstellung
Ich denke an den Tag, an dem ich zum ersten mal eine FLÄCHE wahrnahm – einen multi-dimensionalen und dennoch flächigen Bildraum, anstelle einer auf 2 Dimensionen beschränkten Ober-Fläche.
Seither treibt mich der Wunsch an, diesen Bildraum so eindeutig und stimmig zu gestalten, dass er sich für den Betrachter ebenso selbstverständlich erschließt, wie beispielsweise der Anblick eines Stuhls oder eines Tisches – und ich meine tatsächlich den Anblick des Objektes Stuhl oder Tisch, nicht den Anblick des Abbildes des Objektes.
PROZESS ist
Die innere Intention >> die gestaltende Bewegung>> Reflexion des Gestalteten>> Abgleich mit der Intention und zugleich fließende Korrektur des Beabsichtigten anhand des Verwirklichten >> erweiternde Verwandlung der Absicht >> und wiederum Eintauchen in das Loslassen innerhalb der physischen Ergreifung >> Mitfließen bis zum nächsten zurücktretenden Auftauchen >> das Gestaltete anerkennen als das Abbild der aktuellen Fähigkeit zur Verwandlung der inneren Intention…
Wenn abstrakte Malerei eine Sprache ist, so sind diese Bilder besonders eloquent.
Sie reden wie ein Wasserfall, wenn man so will.
Vielleicht so:
Die Fläche aus schütterem Weiß flüstert nur und übertönt das blaue Raunen darunter nicht vollständig. Eine schwarze Tropfenspur quengelt kurvenreich von oben nach unten, begleitet von orangefarbenem Säuseln.
Weiter unten wird das Quengeln und Säuseln lauter, um direkt neben dem fröhlich gröhlenden Dunkelblau nicht unterzugehen.
Das Schwarz steigert sich am unteren Bildrand in zornige Raserei und das besänftigende Weiß macht es nur noch wilder.
Ganz unten argumentiert sich das Grau ins Bild und kesselt mit professioneller Gelassenheit den schwarzen Wüterich ein, lässt ihm Raum zum Ausflippen und schützt die andern, zum Beispiel den Blau-Schwarz-Weiß Chor rechts oben, der einen Kanon übt mit fein gestaffelten Stimmen.
Tritt man zwei Schritte zurück, dann gehen die Einzelstimmen unter in größeren harmonisch gebrochenen und rhythmisch strukturierten Farbflächen.
Weitere zwei Schritte zurück, und das Auge nimmt das Bild als stimmigen Gesamtklang wahr, wie einen Ausruf oder einen Akkord.“
Tilman Abegg ist Kultur Redakteur für Dortmund…
Ich denke an den Tag, an dem ich zum ersten mal eine FLÄCHE wahrnahm – einen multi-perspektivischen und dennoch flächigen Bildraum, anstelle einer auf 2 Dimensionen beschränkten Ober-Fläche.
Seither treibt mich der Wunsch an, diesen Bildraum so eindeutig und stimmig zu gestalten, dass er sich für den Betrachter ebenso selbstverständlich erschließt, wie beispielsweise der Anblick eines Stuhls oder eines Tisches – und ich meine tatsächlich den Anblick des Objektes Stuhl oder Tisch, nicht den Anblick des Abbildes des Objektes.
Während meines Malerei Studiums wurde mir deutlich, dass der künstlerische Prozess zu einer Art Spiegel werden kann, womit ein Dialog zwischen äußerer Gestaltung und innerer Selbst-Gestaltung für mich begann:
Die innere Intention >> die gestaltende Bewegung>> Reflexion des Gestalteten>> Abgleich mit der Intention und zugleich fließende Korrektur des Beabsichtigten anhand des Verwirklichten >> erweiternde Verwandlung der Absicht >> und wiederum Eintauchen in das Loslassen innerhalb der physischen Ergreifung >> Mitfließen bis zum nächsten zurücktretenden Auftauchen >> das Gestaltete anerkennen als das Abbild der aktuellen Fähigkeit zur Verwandlung der inneren Intention…
In dieser aktuellen Serie arbeite ich mit Tapes (Klebebändern) –
mittels derer ich zu Beginn des Prozesses die Bildfläche grundlegend gliedere, schaffe ich einen Ankerpunkt, zu welchem ich innerhalb des Prozesses immer wieder zurückkehren kann, um die Stimmigkeit zu überprüfen.
Im weiteren Verlauf arbeite ich mit der geklebten Grundstruktur – mal, indem ich sie aufbaue und vertiefe, mal indem ich sie bewusst auflöse.




Im malerischen Prozess löse ich mich auf diese Weise spielerisch von einer spontan sich aufdrängenden Bewertung:
gut oder schlecht?
Ich stelle die Bewertungen zur Seite, zugunsten der Frage nach der Funktion innerhalb des Gesamten.
Bedeutung wird erst erkennbar im Zurücktreten, während das Detail nur in der gefühlten, nicht reflektierten physischen Einheit stimmig gestaltet werden kann.
Eine qualitative Modulation entsteht an den jeweiligen Übergängen, in einem kontinuierlichen ineinander Schwingen der ‚Pole‘ zwischen Nähe und Ferne, Funktion und Bedeutung, Ruhe und Bewegung, Einzelnem und Gesamtheit, Struktur und Bedeutsamkeit, Hell und Dunkel, Hingabe und Reflexion usw.
Die Malerei bewegt sich also optimalerweise in einer Art Pendel Bewegung.
Gemeinsam mit meinem künstlerischen Partner, dem Bildhauer .KL Pempeit. habe ich zwischen 2014 und 2017 die Konzeption und Realisation des Frankfurter Mahnmals für Sachsenhäuser Progromopfer umgesetzt.
Auf der Webseite gibt es Hintergrund Informationen zum Werk
Hier ein Artikel aus der Zeitschrift:
Evangelische Frankfurt
13.6.2017
Artikel hier lesen
Frankfurter Neue Presse, 12.6.2017
Artikel hier lesen
[pdf-embedder url=“http://www.siebrecht-art.de/wp-content/uploads/2017/06/fnp_12_Juni_2017_S_17.pdf“]
Brigitte Felician Siebrecht & KL Pempeit konzipierten und gestalteten das Mahnmal für die Opfer des Pogroms in Frankfurt Sachsenhausen zwischen 2015 und 2017.
Zentral ist ein dreiteiliges Glasmotiv, flankiert von Sandstein und Cortenstahl Elementen, die einen Bogen vom Vergessen zum Erinnern bilden.
Weitere Hintergundinformationen: https://mahnmal-kalischer.de/entstehung-und-konzept/
Die Eröffnungsfeier findet am 11. Juni 2017 statt.
Wir laden Sie und Ihre Freunde herzlich ein
zur Einweihung des Kalischer Mahnmals
auf dem Südfriedhof, Frankfurt am Main, Sachsenhausen
am 11. Juni 2017 um 15 Uhr
Im Beisein von:
Künstlerduo Siebrecht && Pempeit
Vertreter des Glasstudios Derix, Taunusstein,
Vertreter des Unternehmens Allessa, Frankfurt-Fechenheim
sowie für die Mahnmal-Initiative: Pfarrer Volker Mahnkopp
Musikalische Begleitung:
Johannes Oesterlee (Cello) und das TRIO der Frankfurter Bläserschule
Ort ist die Grabstätte der Eheleute Kalischer nahe der Trauerhalle.
Das Mahnmal, bestehend aus Sandstein, Glas und Cortenstahl, wurde entworfen von dem Künstlerduo Siebrecht && Pempeit aus Iserlohn und
erinnert an die vom Novemberpogrom 1938 Betroffenen im Stadtteil Sachsenhausen.

Gneisenaustr. 30, 44147 Dortmund
http://www.derkunstbetrieb.de/
https://www.facebook.com/der-kunstbetrieb-146563155407704/?fref=ts
Die Serie umfasst ca 50 Fotografien, die größtenteils in Frankfurt am Main und Wien entstanden zwischen 2004 und 2007.
Drei Arbeiten wurden ausgezeichnet mit dem
watar (etymologisch urgermanisch)
Wurde 2016 am Ort des Wasserrades des Historischen Fabrikendorfes Barendorf, Iserlohn aufgeführt.
Die Videosequenzen zeigen das auf seine Grundessenz reduzierte Wasser in seinen sehr verschiedenen Erscheinungsformen. Die Grundessenz zeigt sich in radikalen schwarz-weiß Schwellen innerhalb derer ein Fokus auf die vertrauten, charakteristischen Bewegungen entsteht.
Die Klanginstallation ist eine sich selbst erzegeunde Komposition mit Samples verschiedener Wasser sowie mit Klangsamples des Pianos, der Harfe, der akkustischen Gitarre und des Kontrabass.
Das zugrundeliegende generative Programm, das Brigitte Felician Siebrecht eigens für diesen Ort geschrieben hat, arbeitet quasi als Komponist und macht sich dabei den Zufall zunutze. Variiert werden Tempo, Rhythmus und Tonart sowie die miteinander in Verbindung tretenden Klänge.
Die so erklingende Wasser-Sinfonie entsteht in jedem Augenblick neu und ist nicht wiederholbar.
Die realen Wassergeräusche vor Ort binden Bild und Klang zusätzlich auf einzigarteige Weise in den räumlichen Zusammenhang der Umgebung ein.