Serie „StadtWand“
Bilder von der OberFläche 2005
..die spiegelnden Flächen, lichtbrechenden Fassaden – Formen, Farben, Verbindungen zwischen Himmel und Erde – Mauern, Straßen, Häuserzeilen und Wände…
und
Menschen, die dazwischen leben, vor der Wand stehen, im Versteck bleiben …
gespiegelte Verstecke, versteckte Spiegel … alles, was sich bewegt und wandelt zwischen der Stadt.Wand.
StadtWand 2005-2008
Es gibt keine Dinge – nur Oberflächen!
Bilder von der Ober[Fläche]
Gedanken zu Malerei und Oberfläche
„Die Oberfläche ist die ernsthafteste Sache der Welt. Sie ist vielleicht der Ort des Tragischen – in seiner Unenetscheidbarkeit selbst – und sie ist der tragische Ort der Malerei.“
(Louis Marin, Die Malerei zerstören)
Die Malerei ist am konsequentesten mit dem Phänomen der Oberfläche beschäftigt. Natürlich gibt es auch in der Malerei Möglichkeit, der reinen Oberfläche zu entfliehen beispielsweise durch pastoses Arbeiten mit Spachtel und Strukturpasten…
Konsequent zu Ende gedacht, bleibt allerdings die Oberfläche als Aufgabe und einziges Gebiet, da Strukturanwendungen doch nur die stoffliche Wirkung eines Bildes verändern.
Malerisch sich einlassen auf die (Ober)Fläche als Phänomen und Austragungsort der Malerei, bedeutet für mich malerische Wege zu finden, die Fläche mit einer Art von Tiefe zu versehen.
Eben dies suche ich besonders in der „Digitalen Malerei“, da der Ort ihrer Entstehung – der Computerbildschirm, als quasi materiallose, rein lichterzeugte Oberfläche – die malerischen Herausforderungen besonders bewusst macht.
Die scheinbar strukturlose und synthetische Oberfläche des Bildschirmbildes soll mittels malerischer Prozesses bis zur empfundenen Durchlässigkeit verwandelt werden.
Das gedruckte Bild muß später einzig mit der so flächig erzeugten Tiefe auskommen,.
Motivisch betrachtet kann die digitale Malerei auf die im Pixeluniversum möglichen Illusionen zurückgreifen. Je hoch aufgelöster die Wiedergabe, desto realer erscheinen uns die Dinge innerhalb der digitalen Darstellung. Der so erzeugte Eindruck von „Echtheit“ bildet die Grundlage meiner Arbeiten. In der Realität getrennte Wahrnehmungsbereiche wie Fotografie, Malerei, Abstraktion und Stilisierung erfahren eine Metamorphose hin zu einem Gesamteindruck, der uns weniger verwirrend scheint, als er sollte.
Von der OberFläche zur „Inneren TopoGrafik*“
Die meisten der gegenwärtig entstehenden Arbeiten fasse ich daher unter den Begriff der „Inneren Topo.Grafik“
Die „Innere Topo.Grafik“ bildet „meta-reale“, teilweise kubistisch anmutende Räume und Landschaften. An einigen Stellen scheint man hindurchsehen zu können in weite Ferne, andere Bereiche scheinen aus dem Bild heraus zu kommen oder werfen den Betrachter auf sich selbst zurück. Und dennoch sind alle Bildelemente in zu ergründender Weise miteinander verbunden.
So wird die Bildoberfläche zur „Inneren Karte“ und bildet „Höhen und Tiefen“ des Wahrnehmbaren ab.
Ich möchte Bilder schaffen mit Eigenleben. Gesichter mit Persönlichkeit, Gesichter, die man zu kennen glaubt. Abstrakte Welten, die mehr scheinen als ihre Oberfläche, Bilder mit einem geheimen Zugang, Bilder, die spiegeln.
*Topographie
Von griechisch topos „Ort“ und grafeïn „zeichnen, beschreiben“, was wörtlich Ortsbeschreibung und sinngemäß Geländeskizze oder Landkarte bedeutet.
„Topographie ist ein Teilgebiet der Kartografie … und befasst sich mit der Vermessung, Darstellung und Beschreibung von Gelände, Orten und Landschaften …und ihre Ergebnisse werden in Landkarten bzw. digitalen Modellen dargestellt…
Auch in der Medizin, genauer der Anatomie, findet das Wort Verwendung. Es beschreibt die Lage der Organe zueinander; auch hier also eine Art „Landkarte“.
Bei Elementen mit elektronischer Funktion wird mit der Topographie die Oberfläche des Elements (z. B. eines Chips) beschrieben.
Im engeren Sinn bedeutet die Topographie auch das Gelände selbst – vor allem mit seiner Höhenstruktur und dem Verlauf von Gewässern und Gebirgen. In diesem Zusammenhang spricht man aber auch von Topografie bei mikroskopisch feinen Oberflächen.“
















