aktuell|Aktuelles Kunst|Ateliernacht|Ausstellung|Generative Art|interactive art|Konzert|Kunst|Künstlerdorf Barendorf|Musik aktuell|Video

watar – generative Video-Klang Installation

watar

Video Klang Installation von Brigitte Felician Siebrecht 2016

 

watar (etymologisch urgermanisch)
Wurde 2016 am Ort des Wasserrades des Historischen Fabrikendorfes Barendorf, Iserlohn aufgeführt.

Die Videosequenzen zeigen das auf seine Grundessenz reduzierte Wasser in seinen sehr verschiedenen Erscheinungsformen. Die Grundessenz zeigt sich in radikalen schwarz-weiß Schwellen innerhalb derer ein Fokus auf die vertrauten, charakteristischen Bewegungen entsteht.

Die Klanginstallation ist eine sich selbst erzegeunde Komposition mit Samples verschiedener Wasser sowie mit Klangsamples des Pianos, der Harfe, der akkustischen Gitarre und des Kontrabass.

 

Das zugrundeliegende generative Programm, das Brigitte Felician Siebrecht eigens für diesen Ort geschrieben hat, arbeitet quasi als Komponist und macht sich dabei den Zufall zunutze. Variiert werden Tempo, Rhythmus und Tonart sowie die miteinander in Verbindung tretenden Klänge.

Die so erklingende Wasser-Sinfonie entsteht in jedem Augenblick neu und ist nicht wiederholbar.

Die realen Wassergeräusche vor Ort binden Bild und Klang zusätzlich auf einzigarteige Weise in den räumlichen Zusammenhang der Umgebung ein.

aktuell|Aktuelles Kunst|Ateliernacht|Ausstellung|Generative Art|interactive art|Künstlerdorf Barendorf|Physio.GeNOM|Serien Malerei

Physio.G(e)Nom Ateliernacht Barendorf 2015

Physio:G(e)Nom
Generatives Video Script von Brigitte Felician Siebrecht

Das Programm arbeitet mit einer variablen Anzahl an Personen Fotografien.
Aus diesen Portraits generiert das Programm in regelmäßigen Abständen ein neues Bild, in dem Bestandteile aller zugrundeliegenden Gesichter vorhanden sind.
Dieser Prozess ist Zufall gesteuert.
Jeder Pixel wird dabei einzeln aus dem vorhandenen Pool ausgewählt.
Grundlegend ist die Idee, eine digitale Allegorie erzeugen: Die millionfache Möglichkeit der Bildung unseres individuellen genetischen Codes wird abgebildet durch die millionenfache Anzahl an Pixeln und deren theoretischer Möglichkeit der Neu Konstruktion.
Die theoretischen Möglichkeiten der Varianten werden bestimmt durch die Größe der Ursprungsportraits (Details) sowie durch die Anzahl der beteiligten Personen und gehen ins Millionenfache.

Das Projekt wurde bereits mehrfach in unterschiedlichen Szenarien installiert.
Das heißt eine jeweils spezielle Auswahl oder Gruppe von Menschen wird miteinander verwoben.
Im Allgemeinen ist beobachtbar, dass eine höhere Anzahl vonTeilnehmern ein immer harmonischer werdendes Gesamtbild erzeugt. Teilweise scheint sich sogar ein Wesentliches der Gruppe herauszubilden.
Individuelle Eigenheiten werden reduziert, dafür entsteht eine Art durchschnittliche Schönheit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Während der ATELIER 2015 haben ca 45 Menschen an dem Projekt beteiligt und sind nun Teil der interaktiven Installation.
Hier einige Stills.
Bei Interesse an einzelnen Bildern schreiben Sie mir eine EMAIL

Facemix_2382 Facemix_2398 Facemix_2399 Facemix_2402 Facemix_2404 Facemix_2406 Facemix_2421 Facemix_2424 Facemix_2426 Facemix_47 Facemix_41 Facemix_31 Facemix_25 Facemix_24 Facemix_14 Facemix_7 Facemix_5 Facemix_1 Facemix_305 Facemix_2154 Facemix_1368 Facemix_686 Facemix_504 Facemix_37

Die Arbeit wurde 2014 vom Museum of Computer Art / New York gefeatured

Aus der Beschreibung

Contrary to my speculation the new faces were less characteristical but more harmonic.

Still if you watch the animation for a longer time you will believe to recognize individuals, characteristics and personalities even if you don’t know the original persons.

On the other hand if you know the involved persons you will be reminded somehow to each of them in each generated new face althought they’re completely different.

It’s a very strange impression.

I found out that the more faces I mixed together the more arbitrary they seemed to become.

Allegories and Beauty

The main thoughts, I had, starting this projects dealed with questions of genetical coincidence and variety as well as with the social idea of inclusion.

The uncountable number of pixels of the digital portraits are kind of allegorical to me to the millions of genetical informations that lead to our individual appearance and possiblities.

The visualisation began to improve this allegorical meaning: Diversity and inclusion of as many as possible varieties seem to lead to an impression of harmony, balance and beauty.

The impression of beauty especially is created by an impression of harmonical balance and formal evenness.

Immediately apparent characteristics and uneven peculiarities disturb the perception and create the sentiment of non-beauty.

aktuell|Aktuelles Kunst|Generative Art|interactive art|Kunst|Physio.GeNOM

Physio.G(e)Nom Project featured by Museum of Computer Art, NY

still from the generative video "Physio.GeNOM" (c) Brigitte Felician Siebrecht

MoCA frontpage Feature 2014

This morning I got the message that my Video about my generative art  Project „Physio.G(e)Nom“ is featured by the Museum of Computer Art, New York.
They play it on the Museum’s Front Page. I am very happy about that! If you like to know more about the generative Artwork „Physio.G(e)Nom“ please visit this page.

MoCA frontpage Feature 2014

This morning I got the message that my Video about my generative art  Project „Physio.G(e)Nom“ is featured by the Museum of Computer Art, New York. They play it on the Museum’s Front Page. I am very happy about that! If you like to know more about the generative Artwork „Physio.G(e)Nom“ please visit this page.

Aktuelles Kunst|Code-Art|Generative Art|interactive art|Kunst

We’re readable / Code Art

we're readable / Code Art / Exhibition Siebrecht && Pempeit 2013

[:de]

we're readable / Code Art / Brigitte Felician Siebrecht
we’re readable / Code Art / Brigitte Felician Siebrecht

 

We’re readable

Code Art

Mit der Einführung digital lesbarer 2-dimensionaler Codes hat sich die Gegenwart eine neue Formsprache gegeben. Lesbar sind diese Codes nur mit dechiffrierenden Programmen. Ohne diese Reader werden die Codes zu reinen Ornamenten.
Die ornamentale Funktion der Codes wurde für die entstandenen Bilder in beinahe traditioneller Weise als ordnende Grundstruktur und verzierendes Gestaltungsprinzip verwendet. In seiner Bedeutsamkeit aber unterscheidet sich diese Art von Ornament von bisherigen Ornamenten. Es kann weder als funktionslos betrachtet werden, noch als symbolisches oder allegorisches Element, da es in sich eine tatsächliche Lesbarkeit besitzt, die sich der menschlichen Wahrnehmung allerdings entzieht.
Mit der Existenz einer codierten Bedeutungsebene muss der vermeintlich bedeutungslose Status des Ornaments also neu bewertet werden.
Umgekehrt muss die unmittelbar erkennbare motivische Ebene des Bildes als Bedeutungsgrundlage in Frage gestellt werden, da sie evtl. nur unvollständig Aufschluss geben kann über den eigentlichen Inhalt des Bildes.

Das als eine Art Tafelbild angelegte Bild wurde aus DataMatrix Codes erstellt. Inhalte dieser Codes stammen zum aus Wikileaks Dokumenten, Polizeilichen Personen Profilen, aus Texten des Chaos Computer Clubs und weiteren Quellen.
Die Ansicht der Arbeit mit einem Code-Reader ermöglicht das Aufschließen einer umfangreichen zweiten Ebene des Bildes.

Brigitte Felician Siebrecht 2013[/symple_tab]

oder auf  VIMEO ansehen[:en]

we're readable / Code Art / Brigitte Felician Siebrecht
we’re readable / Code Art / Brigitte Felician Siebrecht

 

We’re readable

Code Art

Mit der Einführung digital lesbarer 2-dimensionaler Codes hat sich die Gegenwart eine neue Formsprache gegeben. Lesbar sind diese Codes nur mit dechiffrierenden Programmen. Ohne diese Reader werden die Codes zu reinen Ornamenten.
Die ornamentale Funktion der Codes wurde für die entstandenen Bilder in beinahe traditioneller Weise als ordnende Grundstruktur und verzierendes Gestaltungsprinzip verwendet. In seiner Bedeutsamkeit aber unterscheidet sich diese Art von Ornament von bisherigen Ornamenten. Es kann weder als funktionslos betrachtet werden, noch als symbolisches oder allegorisches Element, da es in sich eine tatsächliche Lesbarkeit besitzt, die sich der menschlichen Wahrnehmung allerdings entzieht.
Mit der Existenz einer codierten Bedeutungsebene muss der vermeintlich bedeutungslose Status des Ornaments also neu bewertet werden.
Umgekehrt muss die unmittelbar erkennbare motivische Ebene des Bildes als Bedeutungsgrundlage in Frage gestellt werden, da sie evtl. nur unvollständig Aufschluss geben kann über den eigentlichen Inhalt des Bildes.

Das als eine Art Tafelbild angelegte Bild wurde aus DataMatrix Codes erstellt. Inhalte dieser Codes stammen zum aus Wikileaks Dokumenten, Polizeilichen Personen Profilen, aus Texten des Chaos Computer Clubs und weiteren Quellen.
Die Ansicht der Arbeit mit einem Code-Reader ermöglicht das Aufschließen einer umfangreichen zweiten Ebene des Bildes.

Brigitte Felician Siebrecht 2013[/symple_tab]

oder auf  VIMEO ansehen[:]

Aktuelles Kunst|Generative Art|interactive art|Kunst|Physio.GeNOM

Physio.G(e)NOM – generative script art

still from the generative video "Physio.GeNOM" (c) Brigitte Felician Siebrecht

Allgemeines

Das generative Script arbeitet mit einer variablen Anzahl an Portraits.

In regelmäßigen Abständen wird aus der Gesamtheit ein neues Bild erzeugt, in welchem auf Pixelebene Elemente aller zugrundeliegenden Gesichter vorhanden sind.

Ich habe das Script mit einem Zufalls-Algoritmus ausgestattet.

Jeder Pixel wird dabei einzeln aus dem vorhandenen Pool ausgewählt.

Grundlegend ist für mich die Idee, eine digitale Allegorie erzeugen:
Die millionfache Möglichkeit der Bildung unseres individuellen genetischen Codes wird abgebildet durch die millionenfache Anzahl an Pixeln und deren theoretischer Möglichkeit der Neu Konstruktion.

 

Die theoretischen Möglichkeiten der Varianten werden bestimmt durch die Größe der Ursprungsportraits (Details) sowie durch die Anzahl der beteiligten Personen und gehen ins Millionenfache.

Realisation

Das Projekt wurde bereits mehrfach in unterschiedlichen Szenarien installiert.

Das heißt eine jeweils spezielle Auswahl oder Gruppe von Menschen wird miteinander verwoben.

Im Allgemeinen ist beobachtbar, dass eine höhere Anzahl vonTeilnehmern ein immer harmonischer werdendes Gesamtbild erzeugt.
Teilweise scheint sich sogar ein Wesentliches der Gruppe herauszubilden.

Individuelle Eigenheiten werden reduziert, dafür entsteht eine Art durchschnittliche Schönheit.

 

VERSION I / Ausstellung
Lange Nacht der Musen Darmstadt

 

Projektbeschreibung Ausstellungstext

The Project

I visited a group of ‚handicapped‘ artists …
The group of about 30 artists works together since years in a small studio. The plan was to make an exhibition together with a couple of other artists…
Although it was not part of the initial concept I made portraits of the group during my visits.

Revising my work afterwards I found out that the persons I portrayed all had very intense physiognomical expression and facial features because of their ‚handicap‘.

Because of juristical coherences it was not possible to use the original portrait-photographies for an exhibition. But I had the idea to make them part of an allegorical visualization that also could reflect some of the thoughts that concerned me.

 

The work

I edited the portraits reducing colours and contrasts as much as possible to get even closer to the main characteristics of the individual faces.

Next I wrote a Video script that divided the digital portrait files into an immense pool of single pixels and digital informations. In this manner each photography was disassembled into millions of unsorted pixels.

As a next step I installed the possibility within the script to build a new picture using random algorithms. Each pixelposition is defined randomly by obtaining the pixel at the defined position of one of the 30 portraits. In that way the generated new portrait calculatory contains informations of all 30 portraits!

The script now produces a new random face every 10 seconds and gives rise to an animation.

Because of the high quantity of pixel positions this is a nearly endless process as you can caculate by mathematical probability.

The result was fascinating!

Because of the millions of single points the created new image had a very special, almost lyrical impression that evokes the association of a drawing.

Contrary to my speculation the new faces were less characteristical but more harmonic.

Still if you watch the animation for a longer time you will believe to recognize individuals, characteristics and personalities even if you don’t know the original persons.
On the other hand if you know the involved persons you will be reminded somehow to each of them in each generated new face althought they’re completely different.

It’s a very strange impression.

I found out that the more faces I mixed together the more arbitrary they seemed to become.

 

The Video

The video is generative. That means it generates itself by algorithms during run time. The pictures created are not repeatable and the possible alternatives are nearly infinite. Using a resolution of 1440 x 1080 pixels there are 1.555.200 pixels in total. Each of them can be casted by 30 different possibilities.

 

Allegories and Beauty

The main thoughts I had starting this projects dealed with questions of genetical coincidence and variety as well as with the social idea of inclusion.

The uncountable number of pixels of the digital portraits are kind of allegorical to me to the millions of genetical informations that lead to our individual appearance and possiblities.

The visualisation began to improve this allegorical meaning: Diversity and inclusion of as many as possible varieties seem to lead to an impression of harmony, balance and beauty.
The impression of beauty especially is created by an impression of harmonical balance and formal evenness.
Immediately apparent characteristics and uneven peculiarities disturb the perception and create the sentiment of non-beauty.

aktuell|Generative Art|inner.City|interactive art|Kunst

Projekt: inner(City)

inner(City).Dortmund CUT from B.F.Siebrecht on Vimeo.

 

inner(City)

ist die sprachlich nicht greifbare „Essenz“ der Stadt.Mittels eine speziellen Zufalls Scriptes werden Fotografien und Audio-Feldaufnahmen zu einem impressionistisch verfremdeten Video zusammengeschnitten. Dies geschieht während das Video läuft. Die Bilder sind also nicht wiederholbar. Das Video produziert sich ununterbrochen neu. Ähnlich wie Erinnerungen und Träume sind die Bilder verwoben und werden nie greifbar. Die nicht Greifbarkeit verdeutlicht dabei in seiner Wirkung auf das Unbewusste den speziellen Charakter / die Essenz des Ortes.

inner(City)
wurde erstmals im Vorfeld der Kulturhauptstadt 2010 in Dortmund durchgeführt und unter dem Ausstellungstitel DO.CuMent in der Galerie Camera Obscura gezeigt.

2014 findet inner(City) in Iserlohn statt.

aktuell|Aktuelles Kunst|FotoGrafik Art|Generative Art|interactive art|Kunst|piano_d.Form|Serien FotoGrafik Art|Siebrecht && Pempeit|Texte|transmedial|Video

piano_d.Form / art project

piano_d.Form
Von der Ultimativität der Verwandlung

piano_d.Form ist ein mehrfach-perspektivisches Projekt

 

Mittelpunkt ist die Installation eines Klaviers in der Natur und die Beobachtung, Reflektion und künstlerische Transformation von Zerfall und Verwandlung. Die Original Installation wird seit 2009 dokumentiert und wurde während dieses Zeitraums auch zum Zentrum verschiedener Veranstaltungen. Musiker, Autoren und bildende Künstler trafen sich jeweils vor Ort zur spontanen künstlerischen Improvisation. Darüber hinaus fanden bereits mehrere Ausstellungen des Projektes statt – der jeweilige Projektstatus wurde konzeptuell einbezogen. Neben fotografischen Inszenierungen und musikalischen Kompositionen wurde insbesondere die Klang-Bild Performance „piano_d.Form run(time)“ gezeigt.

 

Hierbei handelt es sich um ein generatives Script, das mittels gesampleter Original-Sounds des Klaviers und Fotografien eine multi-dimensionale Impression per Zufalls-Algoritmus (live) erzeugt.

 

Diese Aufführung wird zu einem einmaligen Event, da sie aufgrund der Programmierung nicht wiederholbar ist. Dokumentationen des Projekts und Live Mitschnitte finden sich auf youtube unter

 

Video of a generative audio-visual performance. The real-time art-script generates new views and metamorphosis of the „piano_d.FORM“ by using random algorithms. At the same time the script creates a sound composition using sampled original sounds of the original piano_d.Form. The computer-generated performance is based on an art-script of the media artist Brigitte Felician Siebrecht. The program creates an artificial, random impression, that plays with the dissolving of form. The sound composition works with tempo and tone variations. Fragmentary transparencies, a mix of different states of development – creating a kind of multi-perspective vision and reveals the visibility of the „essence of form.“ Each generated view, each visual moment, every audio composition is unique and unrepeatable – due to the random structure of the script – the possibilities of change are nearly infinit.

Neuro-mantrische Sprach- und Gedanken- Fragmente über FORM

– gesprochen von einem Sprach-Roboter untermalt einen impressiven Zusammenschnitt der Piano Metamorphosen in den letzten 2 Jahren. Auffassung wie ein Mantra. Neuro-mantric speaking and thought-fragments / poem about FORM – spoken by a robot – compilation of piano metamorphosis during the last 2 years. part of the artwork piano_d.FORM

Notation d.formed symphony Brigitte Felician Siebrecht
Notation d.formed symphony Brigitte Felician Siebrecht

 

 

 

FORMdieFORMEN

ABSICHT zu FORMWERDEN FORM zu FUNKTION Form funktioniert für FUNKTION ABSICHT wird FORM wird FUNKTION wird BEDEUTUNG BEDEUTUNGS-VEREINBARUNG zu FUNKTION REDUKTION zu FUNKTION SEIN ENTDEUTUNG ENTFUNKTIONALISIERUNG ENTLASSUNG FORM? FORM von Funktion entleert- FORM von Bedeutung entleert- FORM von ABSICHT enleert- FORM sichtbar FORM unsichtbar

 

Gedankenabriss I
Ist der seiner Funktion entledigte Gebrauchsgegenstand noch ein Gegenstand oder ist er pure Form? Verfall ist in seiner Grundästhetik mindestens ebenso faszinierend wie das Entstehen. Warum fasziniert Verfall? Gibt es überhaupt einen Zerfall? Oder sind nicht alle Dinge dem Wandel unterworfen und unser Urteil, dass dies oder jenes die eigentliche Form sei nur ein kurzer Zwischenzustand und ein winziger Ausschnitt aus dem Gesamtsein eines Dinges? Das Sein und Werden als Gesamtheit betrachten aus einer ästhetischen Leidenschaft heraus: Denn Verfall ist ebenso schön wie Aufbau. Das Memento mori überwinden Gesamtheit wahrnehmen Wandel ist Wahrheit Wenn Staub der Urgrund aller Dinge ist, so ist Form ein Übergangsprodukt, die Definition von Funktion ein kurzes sich Aufbäumen des Bewusstseins Die Menge an Staub bleibt gleich. Im Staub sind alle Dinge gleich… Anstelle des Memento mori und des Jammers über die Vergänglichkeit kann das ästhetische Schwimmen durch Werden und Vergehen treten – das Glück des nie endenden Wandels…

Gedankenabriss II Memento mori
Das Sein und Werden als Gesamtheit betrachten aus einer ästhetischen Leidenschaft heraus: Denn Verfall ist ebenso schön wie Aufbau. Das Memento mori überwinden Gesamtheit wahrnehmen Wandel als Wahrheit Wenn Staub der Urgrund aller Dinge ist, so ist Form ein Übergangsprodukt, die Definition von Funktion ein kurzes sich Aufbäumen des Bewusstseins Die Menge an Staub bleibt gleich. Im Staub sind alle Dinge gleich… Anstelle des Memento mori und des Jammers über die Vergänglichkeit kann das ästhetische Schwimmen durch Werden und Vergehen treten – das Glück des im Wandel Bewusst-Seienden…

Gedankenabriss III piano de[fɔʁm] [ˈfɔʁmən]
die Form die Formen der Form der Formen der Form den Formen die Form die Formen FORM ist – die äußere Gestalt eines Objektes – der Endzustand, den das Veränderte annimmt – die Hülle, die ein Material aufnimmt und diesem Gestalt gibt – ein gedankliches Konstrukt Die Verwandlung Die Verwesung der Verfall Die Verwitterung die DeFormierung VERWITTERUNG Temperaturverwitterung Druckentlastungsverwitterung Frostverwitterung Hydrationsverwitterung Salzverwitterung Lösungsverwitterung Kohlensäureverwitterung Hydrolyse Chemisch-biologische Verwitterung sind ein Prozess! Wohingegen: die Funktion eines Objektes (Piano) ist ein Zustand Wir haben also – indem wir die Funktion beendet haben – und einen Prozess angestoßen haben – das Objekt in Bewegung versetzt dem Objekt eine Dimension hinzgefügt: Zeit > Bewegung > Geschwindigkeit (Das Kunstwerk steht meist am Ende dieses Prozesses, kann aber seit der Moderne auch der Prozess selbst sein)

 

KONZEPT

Brigitte Felician Siebrecht piano_d.FORM
KANN ein KLAVIER sterben?

Von der Ultimativität der stetigen Verwandlung

Das KLavier befindet sich seit 2009 kontinuierlich an verschiedenen Orten im Freien.

Sonne, Regen, Wind, Kälte und Hitze, aber auch Pflanzen und Tiere vereinnahmen das Klavier seither.
Es ist einer ständigen Verwandlung unterworfen, dient verschiedensten Tieren als Unterschlupf, wird Teil des Wachstumsprozesses benachbarter Pflanzen und Bäume. Seine Funktion und Bedeutung wandelt sich kontinuierlich. Die Ausstellung zeigt Entwicklungsprozesse, Verwandlungen, künstlerische Bearbeitungen, Animationen und Klangkompositionen, sowie philosophische und prosaische Kurzgedanken.

Das Klavier im Garten wurde zudem in den letzten beiden Jahren zum Mittelpunkt künstlerischer Zusammentreffen mit Künstlern verschiedener Metiers.

 

Ausschnitte aus diesen Zusammenkünften waren Bestandteil der 1. Ausstellung des „piano deFORM“ in der Mannesmann Halle / WerkStadt Witten.

 

Was wird aus einem Gebrauchsgegenstand, der seiner primären Funktion entledigt wird?

Ist er noch Gegenstand oder ist er pure Form?

Kann ein Klavier sterben?

Bleibt ein Klavier ein Klavier, auch wenn es als solches nicht mehr erkennbar ist?

Oder gibt die gedankliche Zuschreibung einer Bedeutung den Dingen ihre Form?

Der Verfall erscheint in diesem Prozess in seiner Ästhetik und Schönheit ebenso faszinierend wie das Entstehen.

Die Beobachtung der Ästhetik von Verwitterung ist dennoch nur ein begleitender Aspekt des piano deFORM Projektes. Letztlich entstehen aus dem Deformationsprozess und dem Versuch, das Entstehende in die eigene Welt zu re-integrieren in der Hauptsache neue Sichtweisen und individuelle (Be)Deutungen… Ein innerer Zusammenhang wird sichtbar zwischen Entstehung und Verfall: Stetige, nie endende Verwandlung ist die letzte Wahrheit jedes Dinges – Form und Funktion sind nur kurze Übergänge innerhalb eines unendlichen Prozesses.

 

 

17 Tafeln|aktuell|Aktuelles Kunst|Ausstellung|Generative Art|interactive art|Kunst|Siebrecht && Pempeit|Texte|Video

17 Tafeln – Installation

Installation Henrichshütte

EN Kunst 2006

 

‚Das Leben ist ein Kunstwerk und das Kunstwerk ist Leben’
[Emmet Williams]

 

Die Fähigkeit, Vorstellungen des Realen zu verändern, neue Begriffe zu bilden, das eigene Bewusstsein zu ver-wandeln, macht aus Menschen nicht nur Autoren von Kunst sondern auch Schöpfer der Wirklichkeit …Kunst wird damit zur „Weltanschauung“.

 

Im Rahmen der „EN-Kunst 2006“ installierten die beiden Künstler B. Felician Siebrecht und KL Pempeit von September bis November 2006 auf dem Gelände des LWL-Industriemuseums Henrichshütte in Hattingen ihre eigens für diesen Ort entwickelte Arbeit „17 Tafeln“.

Die ca. 20 m breite und 2 m hohe Installation nahm dabei bewusst direkten Bezug auf die “gewordene” Umgebung auf dem Gelände der Henrichshütte. Gefundene, zufällige Strukturen aus Farbe und korrodiertem Metall, die von deren ehemaliger Funktion zeugen, wurden aufgegriffen.

Losgelöst von eben dieser ursprünglichen Nutzung und Bedeutung wurden sie von den beiden Medienkünstlern als höchst ästhetische Objekte wahrgenommen und in Korrespondenz zu den ursprünglichen Objekten – quasi als Vorstellungs-Spiegelung – wiedergegeben.
Dabei wurden die zufälligen, durch (natürliche) Prozesse entstandenen Strukturen zur intuitiven Anregung. Interpretationen des Schemenhaften vertieften das bereits Vorhandene und modulierten aus dem „GeBilde“ analog das „Bild“. Scheinbar „Bedeutungsloses“ wandelte sich damit für den menschlichen Blick in „Bedeutungsvolles“.

Die Wirkung der Installation war ausgerichtet auf das Erleben jedes Einzelnen, die Beobachtung der eigenen Vorstellungsbildung und die Entdeckung der aktiven Gestaltung des Wahrgenommenen.
Für die beiden Künstler aus Iserlohn ist Interaktivität in ihrer Arbeit ein zentraler Punkt. Der „Einstieg“ der Betrachter in eine Form von Aktivität war daher betonte Absicht.

Es sollte nicht ein „Kunstwerk“ entstehen, dem sich die Betrachter gegenüber sehen, sondern es wollte Vorschlag sein, anders zu sehen, neu zu sehen – Anregung, sich die Welt in kreativer Weise zu “eigen” zu machen…
Der Ansatz, die Neuen Medien nur als Werkzeug zur Duplikation zu nutzen und den Schauplatz der Interaktivität in der äußeren Wirklichkeit zu belassen, ist dabei die Besonderheit.

Zuletzt schienen sich die Motive eingeprägt zu haben in die Originale – sie waren dort sichtbar geworden – quasi nicht mehr „weg-zu-denken“…
Das Spiel mit der eigenen Kreativität und Vorstellung – ganz im Beuysschen Sinne („Jeder Mensch ist ein Künstler“) hat die Mehrheit der Ausstellungsbesucher in seinen Bann gezogen. Einige empfanden dies sogar als Rückkehr in die eigene Kindheit, in der man eine gewisse Ausgelassenheit gegenüber den Wahrnehmungen der Welt erlebt hatte.
Die zurückbleibende Frage: „Was und wie sehen wir eigentlich wirklich?“ lässt sich übertragen auf alle Orte und Situationen menschlichen Lebens.
Siebrecht und Pempeit wollten mit dieser speziellen Visualisierung außerdem eine Analogie schaffen zum Schicksal vieler Industriebrachen, die in den letzten Jahren verstärkt durch so genannte “Umnutzungen” eine neue Existenzberechtigung erhalten haben. Auch die 17 Tafeln der Henrichshütte haben eine „Umnutzung“ bzw. „Umdeutung“ ihrer ursprünglichen Bedeutung erfahren, deren Wirkung anhält, auch nach Demontage der Installation vor Ort und die sich ausbreitet auf das gesamte Gelände.

aktuell|Aktuelles Kunst|FotoGrafik Art|Generative Art|interactive art|Kunst|Siebrecht && Pempeit|Zwischen den Zeichen

Zwischen den Zeichen | between the [BYTES]

Zwischen den Zeichen

Künstlerisches Konzept zur Ausstellung 2008

Between the bytes [programming-radnom-inspiration]

There’s an invisible layer behind every digital piece of art.
The layer of signs, codes and algorithms.
Usually we appreciate the aesthetic surface – because here we find the artistic validity.
But in fact the „Layer behind“  in digital art matters much more than we believe!

 

 

 

Between the Bytes is an experiment concerning explicitly the layer of  bytes and codes and turns it „inside out“ into perception.

Digital Photographs are the starting point. The motives are mainly abstract or experimental.
Brigitte Felician Siebrecht developed a script that dissects the digital informations of the photographs into an unsorted pool of data. Next the script assembles new variations on the basis of random algorithms. This new sorted bytelist is turned into a picture again.

For computers there is hardly a difference between the variations – but for human perception it makes a real difference. Can we take the new image as an aesthetics piece of art? Or is the idea the only left artificial aspect?

The script is able to assemble indefinite variations within a short time.
In distinction from that the artists take the original digital photographs to compose a new image either.

Idea versus algorithm.
The restriction to a limited pool of data makes artistic work strenuous.
Work is just finished when it’s completed.
The new work takes several days to come up and is at least not replicable or repeatable.

Is uniqueness wedded fundamentally to our concept of art?

The exhibit „between the bytes“ show expressive collected series combining artistic works from the „machine“ from the artists.

The visitor will find himself thrown into questions about the meaning of inspiration and individuality inside of the artistic process.

For the machine all variations are pretty much equal.

What do we perceive?

Machines can not read between the bytes. Not yet? Will they ever?

 

Dr.Roland Held
Ausstellungseröffnung Videor Art Foundation
Exhibition „Between the Bytes“

Zu den sozusagen kumulativen Erkenntnissen, die uns, meine sehr verehrten

Damen und Herren, von unzähligen Museumsbesuchen geblieben sind, gehört

folgende: das typische Landschaftsgemälde kommt im Querformat daher. Weil

dieses sich ideal anbietet, die meist als horizontale Bänder auftretenden

Naturerscheinungen Erde, Feld, Wald, Fluß, Weg, Meer, Himmel plausibel zu

staffeln. Dafür, daß Querformat immer noch Landschaft signalisiert, auch

wenn es statt handgemalt maschinengedruckt ist und uns statt der ge-nannten

Naturerscheinungen nur wie mit dem Lineal gemessene horizontale Farbstreifen

begegnen, dafür finden wir hier im Raum mehrere Beispiele. Anders verhält es

sich mit dem Bild, das ich als Einstieg in diese Ausstellung empfehle. Als

gleichseitiger Quadrat-meter hängt es an der Wand, als Digitalfotografie,

die das Künstlerduo Siebrecht und Pempeit nach einer eigenen Methode

prozessiert und als Pigmentdruck auf Leinwand gebracht hat. Aber selbst wenn

es sich nicht schon per Titel „landscape fragmented – in Teile zerlegte

Landschaft“ thematisch zu erkennen gäbe, hätte der Betrachter doch am Motiv

kaum Zweifel: zu sehr ist sein Wahrnehmungsapparat geeicht auf die

Situation, Grasgrün zu sehen, wenn er den Blick senkt, Himmelsblau, wenn er

den Blick hebt, und jenen hellen Bereich dazwischen, der für Gebäude stehen

könnte, asphaltierte Flächen, Mauern und Zäune – jedenfalls etwas vom

Menschen Gesetztes. Nicht der verwischte Eindruck dieser Mittelzone ist es,

was verwirrt. Es sind die Rotanteile des Werks. Kerzen-gerade und fadendünn

steigen sie auf, dichtgereiht und doch wieder transparent, aus dem Grün hoch

ins Blau, an Fontänen erinnernd, die ihr purpurnes Naß in die Luft schießen.

Doch welches Naß? Welche Substanz wurde da zu spritzenden Partikeln

zerschreddert? Ist da eben noch ein Rasenmäher durchs Bild gerollt? Und was

hat er erwischt? Nur ein Bü-schel Mohnblumen – oder nicht vielleicht doch

etwas Kostbareres, Empfindlicheres? Plötzlich hat der Betrachter das Gefühl,

er steht vor einer Szene, die ihre Unschuld verlo-ren hat allein schon weil

in ihr etwas vorgefallen ist, dessen Konsequenzen buchstäblich noch in der

Luft hängen, ohne daß man doch rekonstruieren könnte, was. Durch irgendeine

Manipulation, auf die zurückzukommen sein wird, ist es seinen Augen

entzogen. Des Rät-sels Lösung pocht gleichsam von hinten ans Bild, kommt

aber nicht durch.

Das läßt mich an einen Film denken, den Sie alle kennen. Nein, nicht den

„Rasenmäher-Mann“, frei nach Stephen King. Ich meine „Blow Up“, den

Klassiker der Kinoleinwand, den Michelangelo Antonioni 1966 vor dem

Hintergrund des „Swinging London“ drehte. Sie werden sich erinnern: da ist

der Modefotograf, der sich ein bißchen, gerade so viel, daß es nicht

schmerzt, an den Grenzen seines Metiers reibt und etwas Authentischeres

versuchen möchte. Der Teufel beschenkt ihn genau damit. Als er

Gelegenheitsfotos eines Lie-bespaars in einem Park macht, nimmt er ungewollt

Täter und Opfer eines offenkundigen Mordfalls mit auf. Doch unentzifferbar

klein im Gebüsch. Als er ein Blow Up, eine Ver-größerung herstellt, lösen

sich der leblose Körper ebenso wie die Hand mit der Pistole auf in

grobkörnige Unschärfe. Er ist genauso schlau wie zuvor. Eine Bekannt, der er

das Blow Up zeigt, sagt bezeichnenderweise: „Das sieht aus, als hätte mein

Freund es gemalt.“ Zweifellos ein Vertreter der abstrakten Fraktion. Nolens

volens wird der Fotograf tiefer in den Fall verstrickt: erst entdeckt er die

Leiche am Tatort, zeigt es aber nicht an, weil er plant, es kommerziell

publik zu machen; dann ist die Leiche verschwunden, und beim

Nachhause-kommen muß er feststellen, daß sowohl Abzüge als auch Negative aus

seinem Studio gestohlen worden sind. Ich würde mal vermuten, er hat den

Authentizitätstest nicht bestan-den… Auch in dieser filmischen Meditation

über die Manipulierbarkeit von Medien und Menschen und grundsätzlich über

die Moral des gestalterisch Kreativen klopft des Rätsels Lösung gleichsam

von hinten ans Bild, ohne durchzukommen. Am Ende weiß das Publi-kum nicht

mehr, was jetzt Realität, was Einbildung war, was bedeutungsvoll, was

bedeu-tungslos, was Oberfläche, was tragender Grund.

Das ist so verschieden nicht von den Fragen, davon unser Duo Siebrecht und

Pempeit um-getrieben wird, das seit mehreren Jahren schon künstlerisch

zusammenarbeitet. Bei ihnen ist, dem technischen Stand der Zeit gemäß, die

Körnung des Fotopapiers der Pixelung ge-wichen, der man auf dem Monitor des

Rechners, erst recht aber im aufwendigen Compu-terprint begegnet. Ausgehend

von Farbfotografien beider haben sie ein Konzept von Pro-duktion und

Präsentation entwickelt, das die auf Leinwand gedruckten Ergebnisse

hinein-schickt mitten ins Spannungsfeld zwischen Wirklichkeit und Kunst,

mathematischer Steuerung und freischweifender Inspiration, Individualität

und Austauschbarkeit. Und was jene mysteriöse Kraft betrifft, die von hinten

ans Bild klopft, weil sie definiert werden will – so ist ihre Bestimmung

nicht mehr so sehr Aufgabe des Werkurhebers wie nun des Werkbe-trachters.

Geradezu didaktisch wird der bei der Hand genommen von den diversen

Fünfer-serien. Jede enthält einen Ausdruck des Originalfotos, das von sich

aus mal mehr, mal weniger gegenständliche Wiedererkennbarkeit mitbringt.

Sodann zwei Überarbeitungen, jeweils eine von B.Felician Siebrecht, eine von

K.L.Pempeit, wo streng auf der Basis des digitalen Datenbestands eine

Abfolge gestalterischer Entscheidungen zu völlig unter-schiedlichen

Kompositionen geführt hat. Bleiben zwei weitere Variationen. Auch sie

be-nutzen nichts anderes als den Datenbestand der Originale, wobei seiner

Anordnung jedoch ein spezielles Siebrecht’ sches Computerprogramm

zugrundeliegt. Dessen Algoritmen – sprich: regelhafte Rechen-vorgänge –

ergeben ein Muster, ein Muster von Hunderttausen-den hin- und hergeschobener

Einzelzeichen, das durchaus einer Programmlogik gehorcht, für unseren

Laienverstand aber besser mit „Zufall“ übersetzt wäre. Und „Muster“ ist denn

auch der Begriff, der einem auf die Lippen kommt, wenn es darum geht, die

visuellen Effekte zu beschreiben. Sie gleichen Geweben, wo Farbfäden, lang

und fein und dicht wie Schnürlregen, ineinander verzahnt sind. Oder

unendlich behutsam angefertigten Sandbil-dern, deren edelsteinhaft

leuchtende Pülverchen senkrecht-linear ineinander gekämmt wurden. Da kann

das Purpurrot von einem Flamingorosa abgelöst werden, das Kobalt- von einem

Eisblau. Angesichts der Fünferserie „Rose“ müßte Getrude Stein erst mal

einen Computer-Kurs besuchen, um begreifen zu können, weswegen ihr berühmter

Satz „A rose is a rose is a rose“ auch nach allen Pixel-Manipulationen immer

noch gilt.

Bei den Fünferserien wird im Titel ganz klar unterschieden, welches die

algoritmisch entstandenen Stationen sind und welches die als „Digitale

Malerei“ ausgewiesenen Sta-tionen, die sich dem gestalterischen Gutdünken

der Künstler verdanken – freilich mit un-gleich mehr Zeiteinsatz. Es hebt

die Werke des Duos Siebrecht und Pempeit ab von einer verbreiteten

kommerziell-glatten Tendenz innerhalb der Digitalmalerei, daß sie oft etwas

ausgesprochen Griffiges ausstrahlen, reich an vermeintlichen Überlagerungen,

Wölbungen, Materialtransparenzen wie von Linsen oder Prismen, als handle es

sich bei ihnen um reale Collagen oder Reliefs. Manchmal hat man den

Eindruck, es seien gezielt regelrechte Stör-körper und Irritationsfelder

eingebaut. Bei B.Felician Siebrecht, von der Ausbildung her Malerin, ist

diese Lust an Plastizität und Raum verwunderlicher als bei ihrem Partner

K.L. Pempeit. Denn der fußt auf einer soliden Steinmetz- und

Bildhauergrundlage. Er nimmt seine Herkunft neuerdings wortwörtlich mit den

Fliesenreliefs. Das Dilemma: „Wie kann man eigentlich ein Bild hauen?“ hat

er für sich aufgelöst, indem er per Sandstrahlverfahren höchst komplexe

Motive aus dem schwarzen Granit herausfräst. Wobei ganz am Anfang zwar eine

Zeichnung mit dem Stift stehen kann, immer jedoch eine Digitalübertragung

erst die Pixelstruktur schafft, die in der fertigen Arbeit die Suggestion

von Licht und Schatten und sogar von Tiefenerstreckung schafft.

Ob Schwarz-Weiß im Millimeterrelief, ob rein und kontrastkräftig auf die

Leinwand ge-spritzte Farben, die ihre Mischung nur durch die Nadelausschläge

des Algoritmus erfahren – über der Entwicklung getrennter und gemeinsamer

Konzepte ist für das Künstlerduo Siebrecht und Pempeit die Sinnlichkeit

nicht auf der Strecke geblieben. So scheinen sich nicht nur rätselhafte

Gegenstände und nicht mehr recht einholbare Ereignisse – pochpoch – von der

Rückseite des Bilder her bemerkbar zu machen. Es sind, wie bereits erwähnt,

auch grundsätzliche Fragen, die, allerdings mit etwas anderen Vorzeichen,

während der ganzen Kunstgeschichte gestellt wurden. Die im 19.Jahrhundert

virulente philosophische Kontro-verse über die Unterschiede zwischen dem

Naturschönen und dem Kunstschönen ist heute, zu Beginn des 21.Jahrhunderts,

und namentlich im Kontext der Videor Art Foundation, zur Seite gedrängt von

der Kontroverse zwischen dem Schönen, das von Hand, und dem, das von

Maschinen generiert ist, per Inspiration oder per Programm. Wir, die wir

ästhetischen Genuss aus der Begegnung mit beidem ziehen, können uns schlecht

aus der Kontroverse schmuggeln mit dem Argument, hinter der Maschine und dem

Programm stehe schließlich auch der Mensch. Spüren wir doch, daß die

Wirkungsweise der Resultate unterschiedlich ist, von der Erscheinungsweise

einmal ganz abgesehen. Wenn wir als Publikum heute abend zu keiner

endgültigen Erkenntnis vorstoßen, ist das um so verzeihlicher, als auch

B.Felician Siebrecht und K.L.Pempeit an dieser Nuß noch knacken. Wie wir

wandern sie suchend und grübelnd „zwischen den Zeichen“ umher – daher der

Titel dieser Ausstellung.

© Dr.Roland Held, Darmstadt 2008